StartseiteLocations / Outpost One

Unser Besuch im Outpost-One

Im vergangenen Jahr eröffnete der Outpost One in der Kleinstadt Dassow (Landkreis Nordwestmecklenburg). Nur knapp eine Autostunde von Hamburg entfernt machte ich mich am 10. Juli dann endlich auf zu meinem ersten Besuch in die knapp 1300 qm große Ausstellung von Fans für Fans.

Wer den Weg nach Dassow gefunden hat (und der führte uns dank Navi zunächst zu dem benachbarten Getränkehandel), wird eventuell überrascht oder sogar etwas enttäuscht sein, wenn er die Location zu sehen bekommt. Man findet einige Gebäude vor, die gut 80 Jahre alt sind und Jahrzehnte als Getreidespeicher dienten und so rein gar nicht an die weit weit entfernte Galaxis erinnern. Man muss sich aber bewusst sein, dass hier ein Fan aus Lübeck Initiator der Ausstellung ist. Vielleicht könnte man hier und da noch für einen etwas besseren Anblick sorgen, aber das wird im Laufe der Zeit mit Sicherheit auch noch kommen. Parkplätze sind übrigens ausreichend vorhanden, sodass man auch bei einem größeren Andrang nicht lange suchen oder weit laufen muss.

Wenn man den Outpost One betritt, taucht man aber sofort in das Star Wars Universum ein und wird von einer lebensgroßen Darth Maul Figur begrüßt. Hier findet man auch gleich den Outpost One Shop, der neben hauseigenen auch viele andere Merchandise-Artikel (u.a. Hasbro und Funko) bietet.

Ich habe mich für die Premium Tour entschieden und kann nur jedem, der den Outpost One zum ersten Mal besucht, empfehlen, mindestens diese Art des Besuchs zu wählen. Der Preis liegt zwar deutlich über dem der Standardtour aber dafür wird man in kleinen Gruppen ca. zwei Stunden von einem Guide durch die Ausstellung geführt und erfährt dadurch vieles über die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte. Die Wartezeit bis zum Start kann man in einem Wartebereich verbringen und Getränke und kleine Snacks zu sich nehmen. Hier wird man durch den Blick auf den ersten Raum der Ausstellung auch schon gut eingestimmt. Zudem verkürzen die lebensgroßen Droiden BB-8 und BB-9E mit ihren Bewegungen und Geräuschen etwas die Wartezeit. 

Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und umfasst "nur" die drei Filme der Originaltrilogie. Fans der Disney-Filme und der Prequels werden also nicht auf ihre Kosten kommen. Allerdings ist in einem bisher ungenutzten Gebäude der Aufbau mehrerer Dioramen im kleineren Maßstab geplant, die dann auch die weiteren Filme umfassen werden.

Man startet also im Gang der Tantive IV, wo Darth Vader und drei Stormtrooper warten. Und hier wird auch gleich klar, warum die Wahl einer Premium-Tour die richtige war. Der Guide ist mit einem Lautsprechersystem am Gürtel ausgestattet, über den dem Besucher von Hans-Georg Panczak, dem Synchronsprecher von Mark Hamill, die Szenen etwas näher gebracht werden. So erzählt Luke Skywalker rückblickend was geschah und das Ganze wird zudem mit Musik und Geräuschen untermalt. Das ist schon etwas ganz anderes als wenn man nur durch die einzelnen Räume geht. Zudem erzählt der Guide immer wieder etwas über die einzelnen Szenen und deren Entstehung. Ohne ihn hätte ich nicht gewusst, dass der Gang der Tantive IV mit 33 Litern Auto-Lack lackiert wurde und die roten Anzeigen über der Tür exakt so aufleuchten, wie es in Eine neue Hoffnung zu sehen war..

Man bekommt natürlich nicht jede Filmszene zu sehen, das sollte jedem klar sein. Das Einzige, was mir fehlte, war eine komplette Cantina. Diese ist natürlich sehr groß und umfangreich. Unser Guide erklärte aber, dass man gerne eine hätte. Ansonsten geht die Reise über Tatooine, Hoth, Dagobah, Endor und natürlich beide Todessterne. Bemerkenswert ist, dass die jeweiligen Böden auch den Szenen angeglichen wurden. Auf Tatooine wurden zudem die Wände von einem benachbarten Künstler bemalt. Das sieht wirklich beeindruckend aus. Das Skelett des Krayt-Drachen, ein Sandcrawler und natürlich die Zwillingssonnen sind auf den Wänden verewigt. Da Outpost One nicht nur hauseigene Ausstellungsstücke bietet sind hier u.a. ein Bantha aus Belgien und ein Landspeeder aus einem britischen 3D-Drucker zu sehen. 

Das Highlight sind aber die vielen lebensgroßen Figuren, deren Köpfe zumeist aus Silikon hergestellt sind. Alleine Han Solo ist in der Ausstellung sechs Mal zu finden. Mal sehr gut geworden, mal weniger, aber der Schmuggler ist immer gut zu erkennen. Mein persönliches Highlight ist die Obi-Wan Kenobi Figur in der Umgebung des Todessterns. Wie der Guide uns erklärte, stammt der Kopf aus den USA. Auch der gleich daneben zu sehende Tarkin ist umwerfend. Sogar an die Nasen- und Ohrenhaare hat man gedacht. Man merkt von vorne bis hinten, dass in jeder Szene viel Herzblut steckt und man stehts darauf bedacht ist, sie so filmgenau wie möglich zu gestalten. Der Guide erklärte uns immer wieder, welche Teile wo verbaut wurden und dass man für die Szene, in der die Rebellen den Angriff auf den Todesstern planen, sogar die gleichen Stühle besorgen konnte.

Beeindruckend sind auch die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen. Wenn man sich von Lukes Zuhause in die Mini-Cantina begibt, geht man durch das Haus des Farmerjungen in den Keller. Kommt man aus diesem wieder heraus, befindet man sich auf Hoth. Wieder in den Keller, findet man sich in Jabbas Palast wieder. Der lebensgroße Jabba ist genauso beeindruckend wie der Dewback, das Bantha, das Tauntaun und der Kopf des Rancors. Da man sich in den einzelnen Szenarien frei bewegen und die Figuren von allen Seiten betrachten kann, sind jede Menge tolle Fotos möglich. Bei der Premium Tour hat man zudem die Möglichkeit, ein Bild im Set der Krankenstation der Rebellen auf Hoth zu machen. Hier kann man sich z.B. in den Bacta-Tank stellen, was für die "normalen" Besucher nicht möglich ist. Für Inhaber eines VIP-Tickets scheint es zudem mit der Brücke von Vaders Sternzerstörer und den Kopfgeldjägern einen weiteren Fotopoint zu geben. 

Bevor man zum letzten Set kommt, wird ein langer Gang durchschritten, in dem sich jede Menge Raumschiffe, Waffen und Helme befinden. Bei den meisten handelt es sich um Stücke von EFX und der inzwischen nicht mehr im Star Wars-Bereich tätigen Firma Master Replicas. Da kommen also auch die Sammler auf ihren Genuss, wenn man viele kaum noch erhältliche und wenn ja kaum bezahlbare Sammlerstücke zu sehen bekommt. Zudem sind viele Unikate (z. B. Tantive IV, Sternenzerstörer, Darth Vader TIE, TIE Fighter (mit ausgebautem Cockpit), X-Wing, Y-Wing, A-Wing, B-Wing, Geschützturm und ein Sandcrawler) ausgestellt. Nach dem letzten Set (Thronsaal des Imperators) bekommt man mit einem kleinen The Mandalorian-Raum doch noch etwas aus der aktuellen Star Wars-Geschichte zu sehen. Inklusive aufgespießter Stormtrooper-Helme und einem Baby-Yoda. Zum Abschluss geht es dann noch in ein anderes Gebäude, in dem ein TIE Interceptor im Maßstab 1:1 (in dessen Cockpit man sogar klettern konnte), ein kleinerer TIE-Jäger der Ersten Ordnung und ein X-Flügler untergebracht sind. Leider fand ich die Halle nicht so schön, da sie doch etwas schmuddelig wirkte. Aber das wird sich im Laufe der Zeit mit Sicherheit auch ändern. Wie mir der Outpost One-Initiator Marc Langrock mitteilte, hat man mit dem Hangar noch vieles vor. Der gebrauchte Look sei aber durchaus so gewollt. Viele Besucher finden die Kombination aus den alten Hallen mit dem aufwändigen Träger- und Sprengwerk einerseits und den Jägern andererseits auch gerade gut.

Wie bereits anfangs erwähnt, würde ich jedem Erstbesucher eine Premium-Tour empfehlen, die mit 50,- € für einen Erwachsenen zwar deutlich teurer als die Standard-Tour (30,- €) ist, dafür aber auch deutlich mehr bietet. Für die Standard-Tour erhält man aber immerhin ein Audio-System, das im Wesentlichen dieselben Inhalte vermittelt. Der Unterschied zur Premium-Tour besteht vielmehr nur darin, dass die Gruppen kleiner sind, ein persönlicher Guide dabei ist, Fotos in der Medical-Bay gemacht werden dürfen und man im Hangar mit dem Guide hinter die Absperrung darf. Wir hatten über zwei Stunden unseren Spaß und ich kann Outpost One uneingeschränkt empfehlen. Jeder Star Wars-Fan sollte einmal hier gewesen sein! Fotos sind uneingeschränkt möglich, solange Figuren nicht berührt und abgesperrte Bereiche nicht betreten werden.

Andreas Windu

 

04.08.2020