Ist das HasLab Projekt "Rancor" gescheitert?

Am 22.10.2021 startete nach der Khetanna und der Razor Crest das dritte HasLab Star Wars Crowdfunding-Projekt. Der Rancor für die Black Series hat mit 44,45 cm eine gewaltige Höhe und misst in der Breite sogar bis zu 106,68 cm, wenn man die Arme seitlich ausstreckt. Allerdings war für viele Fans bereits der Preis mit 349.99 $ deutlich zu hoch angesetzt und man wartete auf die Tiers, die bei einer bestimmten Unterstützerzahl freigeschaltet werden.

Der Preis der HasLab-Projekte ist immer deutlich höher, als bei vergleichbaren Produkten. Allerdings sprach bei den beiden vorherigen Projekten u.a. auch die Größe und Detailtreue dafür, den Preis zu akzeptieren. Der Rogue One: A Star Wars Story - Antoc Merrick's X-Wing Fighter kostet hierzulande um die 150,- € und hierbei handelt es sich lediglich um ein Repaint. Da war die Razor Crest mit 349.99 $ preislich noch recht moderat angesetzt, wenn man bedenkt, dass ein neues Schiff mit einer Länge von 76 cm erhält, dass sehr detailliert und mit vielen Features daherkommt. Der Rancor hingegen ist eigentlich nicht mehr als ein geformter Plastikklumpen, der aber fairerweise erwähnt mit 45 Artikulationspunkten ausgestattet ist. Hasbro wirbt damit, dass die Designer das Privileg hatten, die Original-Requisite aus Star Wars: Die Rückkehr der Jedi aus nächster Nähe und persönlich zu sehen, sodass sie jedes Detail umsetzen konnten. Mit anderen Worten: Die Filmrequisite wurde mit Sicherheit eingescannt. Der Aufwand war also bei weitem nicht so groß wie bei der Khetanna und der Razor Crest.

Ein weiterer Punkt sind die Tiers, also die Freischaltungen bei einer bestimmten Anzahl von Unterstützern. Auch hier machte sich Enttäuschung breit, als u.a. bekanntgegeben wurde, dass eine Salacious B. Crumb Figur bei 16.000 Unterstützern mitgeliefert wird. Aber der Reihe nach. Bereits zum Start wurde mit einem Gamorrean Guard bei 11.000 Unterstützern die erste Freischaltung bekanntgegeben. Die Figur wird auf einer Power of the Force-Karte im alten Kenner-Design erscheinen, was noch für Freude unter den Fans gesorgt hat, obwohl es sich um ein Repack oder Repaint handelt. 


Die zweite Tier wurde dann schon mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Neben einem Knochen-Pack wurde eine Rückwand, die das Verlies in Jabbas Palast darstellen soll, bei 13.500 Unterstützern angekündigt. Die Knochen sind mit Sicherheit ein tolles Extra aber eine Pappwand? Warum nicht ein schön modellierter Untergrund aus Kunststoff? Der würde sich deutlich besser im Regal oder der Vitrine machen als das, was Hasbro als Promobild geliefert hat. Unter den Knochen befinden sich u.a. der Schädel eines Tauntauns und der eines Gamorreaners, aber warum nicht der von Oola?

Bei den beiden letzten Freischaltungen war die Enttäuschung dann aber groß. OK ein Luke Jedi auf einer Power of the Force-Karte kommt noch ganz gut, aber ein Salacious B. Crumb auf ROTJ-Karte? Warum? Wo ist Oola? Oder viel besser der Rancor Keeper? Hasbro macht es sich einfach zu einfach mit Reprints und Repacks anstatt den Fans etwas neues zu liefern.


Am 19.11.2021 wurde dann auch endlich die Farbgebung präsentiert. Und auch diese sorgte nicht gerade für Begeisterungsstürme. Wurde der Rancor noch als die am meisten dekorierte Figur der Black Series mit über 900 Deko-Ops angekündigt, sieht das Ergebnis nicht gerade berauschend aus. Die Farbe ist viel zu glänzend und die Augen wirken tot und nicht so bedrohlich wie im Film. Und die Krallen und Hörner sehen aus, als wären sie frisch manikürt und nicht wie die eines Monsters. Man muss aber Hasbro auch zugestehen, dies noch verbessern zu können.

Im Großen und Ganzen vermuten ich fast, dass das dritte Star Wars HasLab-Projekt scheitern wird. Bereits vier Tage nach Start des Crowdfunding-Projekts waren bereits 3500 der benötigten 9000 Unterstützer erreicht. Danach ging es nur schleppend voran und man erreichte am 17.11.2021 mit 5123 Unterstützern den bisherigen Höhepunkt. Anschließend also kurz nach der Präsentation der Knochen und der Papprückwand gingen die Zahlen wieder nach unten. Noch weiter bergab ging es nach der Vorstellung der Luke- und der Salacious B. Crumb-Figuren, sodass bei jetzigem Stand 14 Tage bis zur Deadline nur noch 4776 Fans den Rancor haben wollen. Wir wissen nicht, ob die Vorbestellungen aus Europa über Zavvi bereits mitgezählt sind, aber momentan sieht es wirklich nicht gut aus.

Man muss aber auch bedenken, dass bei der Khetanna die Anzahl der benötigten Unterstützer erst kurz vor Schluss erreicht wurden. Bei der Razor Crest war der Sack schon deutlich früher zu und es kamen am letzten Tag sogar noch gut 10.000 Bestellungen hinzu. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei überwiegend um die Europa-Bestellungen handelte, die zuvor nicht mitgezählt wurden. Und auch der Monatswechsel sorgte bei beiden Projekten nochmal für einen großen Schub.

Auch wenn der Rancor nicht scheitern sollte, so steht jetzt schon fest, dass Jabbas Haustier nicht die Akzeptanz hat wie es die beiden vorherigen Projekte hatten. Der Rancor ist einfach zu teuer und die Freischaltungen sorgen nicht gerade für Jubelstürme: Zudem wird das Projekt mit Sicherheit nicht die 28.899 Unterstützer finden, die im Frühjahr die Razor Crest ihr Eigen nennen können. Das es auch anders geht zeigt das parallel laufende HasLab-Projekt Ghostbusters Plasma Series Spengler’s Proton Pack, das bereits 9796 Unterstützer gefunden hat und somit bereits 20 Tage vor Ablauf realisiert wurde. Hier steuert man zudem bereits auf das zweite Unlock zu. Für nur 50,- $ mehr als für den Rancor erhält man das Proton Pack im Maßstab 1:1 mit vielen Features und somit viiiiiel mehr für sein Geld.

Andreas Windu