Eventbericht und Bilder

Die Jedi-Con feierte dieses Mal 20jähriges Jubiläum. Daher haben einige Gäste etwas besonderes erwartet und wurden wohl enttäuscht. Für mich war es eine tolle Con, bei der ich viele Freunde und Bekannte treffen und neue Leute kennenlernen konnte.


Am Freitag war die Besucherzahl relativ gering, sodass schon ein Flopp vermutet wurde. Zu dem Abendprogramm (Eröffnungsveranstaltung) kann ich kein Urteil abgeben, da ich nicht anwesend war. Man merkte aber deutlich den Disney-Einfluss. Überall waren Plakate und andere Werbemittel für die neue Star Wars Rebels Serie zu sehen.


Samstag wurde es dann aber deutlich besser. Höhere Besucherzahl und deutlich mehr Kostümträger sorgten wieder für das bekannte Jedi-Con-Gefühl. Das Highlight war der Besuch von Anthony Daniels, der bei seinem Panel gebührend begrüßt wurde. Über Episode VII hat er natürlich nichts verraten dürfen. Er erzählte aber, dass endlich wieder in Sets und nicht vor Bluescreens gedreht wird. Für eine brandneue Info sorgte er aber dann doch: Anthony ließ durchblicken, dass Star Wars in Concert im kommenden Jahr wieder auf Tour gehen soll. Mein persönliches Highlight an dem Tag war eine gemeinsame Fahrstuhlfahrt mit dem C-3PO Darsteller und ein damit verbundenes kurzes aber lustiges Gespräch.


Nachmittags fand der Kostümwettbewerb statt. Es waren wieder viele tolle und vor allem selbst hergestellte Kostüme zu sehen. Gewinner wurde der Rancorkeeper mit einem etwa 1,20 m großen Rancor.


Am Abend wurde dann die Jedi Challenge durchgeführt. Hier mussten Eisi von den Star Wars Fans Nürnberg und Kathy in vier Disziplinen gegeneinander antreten. Nach einem Buzzerspiel, einem Frage-und-Antwort Spiel, dem Tanzwettbewerb an der Xbox und einem Lichtschwertkampf konnte sich Eisi knapp durchsetzen und erhielt den 13. Sitz im Jedi-Rat, den er als eingefleischter Imperialist aber dankend ablehnte. Seinen "realen" Gewinn, einen LEGO-Bausatz, übergab er auf der Bühne noch an Magnus, dem Mission Orange Trooper. Ünterstützt wurde die Challenge von Saberproject und den R2-Builders.


Am Sonntag kamen unerwartet nocheinmal recht viele Besucher. Und eine Dreierkombo Wookiees sammelte für ein Kinderhospiz. Im Ganzen war es ein schöner Abschluss für ein tolles Wochenende.


Andreas Windu

Allgemein

Kostüme

Fangruppen

Kostümwettbewerb

Jedi Challenge

Interview mit Robert Eiba

Fragen von Star Wars Descriptions


1. Die Celebration Europe ist noch gar nicht so lange her. Habt ihr den fast direkten Vergleich zu dem Megaevent etwas gescheut, oder habt ihr gerade deshalb dieses Jahr eine weitere Jedi-Con angesetzt, um den Hype mitzunehmen?


Die beiden Events lassen sich ja kaum vergleichen. Wichtig war, dass die JEDI-CON 2014 nicht gleich direkt im Anschluss an die Celebration Europe in Essen folgte. Der Großteil der Fans hat nur ein begrenztes Budget für den Besuch derartiger Events zur Verfügung und das will gut eingeteilt sein.

Ursprünglich war unsere Con in 2013 geplant, doch zwei große Star Wars-Events in einem Jahr hätte viele Geldbörsen sicherlich überfordert.


2. Ich hatte den Eindruck, dass dieses Mal deutlich weniger Fans vor Ort waren. Ich bin der Meinung, dass dies mit der Celebration im Zusammenhang stand. Dort wurde einem für das selbe Eintrittsgeld deutlich mehr geboten. Das Angebot auf der Jedi Con entsprach dem der vorherigen, war im Vergleich mit Essen aber deutlich geringer. Meint ihr, dass der direkte Vergleich eher negativ für die Jedi Con war?


Der Eindruck täuscht, denn die JEDI-CON 2014 war besser besucht als unsere letzte Veranstaltung 2010. Wir hatten diesmal auch den zweiten Hauptsaal mit einbezogen und zudem wurde das Catering in den Hotelfoyerbereich verlegt. Dadurch verteilte sich das Besucheraufkommen besser.

Eine Menge JEDI-CON-Besucher haben uns Feedback gegeben, die gerade das vielfältige Programm auf unserer Veranstaltung hervorgehoben haben. Eine Opening-Show mit eigens gedrehtem Film, ein Showabend, Gäste hautnah, zahlreiche Fanstände mit wirklich coolen Aktionen und vieles mehr sorgten für reichlich Abwechslung. Und mit einem derartig beeindruckenden LEGO-Aktionsbereich für alle Altersklassen konnte nicht einmal die Celebration aufwarten. Wie gesagt, die Events lassen sich nicht vergleichen. Auf der einen Seite eine Großveranstaltung mit Messecharakter (die dann auch um 19:00 Uhr schon die Pforten dicht machte) und auf der anderen Seite ein Star Wars-Event, dessen Inhalte maßgebend von Fans gestaltet werden.


3. Es war die erste Con, die ihr mit Disney abstimmen musstet. Die neue Star Wars Rebels Serie war allgegenwärtig. Gab es mehr Auflagen als bei den vorherigen Cons und was hat sich mit dem Verkauf von Lucasfilm für euch als Organisatoren geändert?


Die Zusammenarbeit mit Disney lief ganz einfach gesagt richtig rund und effizient. Bei keiner anderen JEDI-CON wurden wir in diesem Umfang unterstützt. Disney geht das Thema äußerst sensibel an und weiß nur zu gut, wie wichtig das Fandom für die „Marke Star Wars“ ist.

Was war das doch für ein Aufschrei, als bekannt wurde, dass Disney das Star Wars-Ruder übernimmt. Meiner Meinung nach hätte Lucas keine bessere Wahl treffen können. Pixar und Marvel gehören seit Jahren zu diesem Firmenimperium und entwickeln sich nach wie vor beispielhaft.


4. Wie kam es, dass ihr nicht das altbewährte Osterwochenende als Termin angesetzt, sondern euch für Oktober entschieden habt?


Früher war Ostern ein guter Termin, da die Fans durch die zusätzlichen freien Tage den Conbesuch optimal planen konnten. Da viele der Fans von damals heutzutage Familien haben (mit ebenfalls „machtvollem“ Nachwuchs), dient das Osterwochenende verstärkt als wichtige Zeit, die man im Kreise seiner Lieben verbringt. 2014 hat sich der Oktobertermin besonders angeboten, da der Feiertag (Tag der Deutschen Einheit) ja bekanntlich auf einen Freitag fiel.


5. Mit Anthony Daniels konntet ihr kurzfristig ein richtiges Highlight verpflichten. Stimmt es, dass er hinter den Kulissen eine echte Diva ist?


Ich kenne Anthony Daniels seit 1994, als er auf unserer ersten JEDI-CON in Köln zu Gast war. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er bei seinen Auftritten nichts dem Zufall überlässt. Damals probte er z. B. bis spät in die Nacht seinen Auftritt für die Eröffnungsfeier der Con … und unser Conteam hatte seine helle Freude daran, eine besonders kurze Nacht verbringen zu dürfen.

Dieser Perfektionismus ist immer spürbar, wenn man mit Daniels zusammenarbeitet. Befindet man sich gemeinsam auf diesem Level, läuft das alles wie geschmiert. „Diva“ ist in diesem Zusammenhang nicht ganz das richtige Wort. Anthony hat konkrete Vorstellungen und die erweisen sich schon mal als richtige Herausforderung für das Organisationsteam.


Fragen unserer User


6. Kann man nicht mal einen Übersetzer anheuern? Kenny Baker konnte man leider kaum verstehen. Und wenn man simultan für jemand anderen was übersetzen muss (nicht jeder ist des Englischen mächtig), ist es schwierig alles dabei mitzubekommen.


Die Übersetzungsgeschichte ist immer wieder auch bei uns Thema. Wir hatten schon einmal Übersetzer mit auf der Bühne, doch dadurch verringerte sich die Dynamik von Gastauftritten deutlich und zudem konnten weniger Themen angesprochen werden, da diese Zeit für die Übersetzung benötigt wurde. Einzig wirklich sinnvolle Lösung wäre eine Simultanübersetzung mit Kopfhörern für interessierte Besucher, aber das ist von den Kosten her unerschwinglich. Vielleicht lässt sich da technisch in Zukunft mit Smartphones etwas auf die Beine stellen.


7. Die Altersbegrenzung der Eintrittskarten für Kinder bis 11 Jahre finde ich deutlich zu niedrig angesetzt. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben in den seltensten Fällen ein eigenes Einkommen, sodass die Eltern die Eintrittspreise zahlen müssen. Da wird ein Tag oder gar ein Wochenende auf der Jedi Con schnell sehr teuer. Kann man da in Zukunft nicht mal was ändern?


Die Kalkulation ist immer ein sehr komplexes und sensibles Thema. Sie muss so aufgebaut sein, dass die Kostendeckung einigermaßen garantiert werden kann. Das ist oft eine große Zitterpartie, die mit vielen Risikofaktoren behaftet ist. Eine Lösung könnten hier zahlungskräftige Sponsoren sein, die das Event breit unterstützen. Die finanziellen Mittel für derartige Aktionen sind aber bei fast allen Partner sehr beschränkt.


8. Wäre es möglich bei der nächsten Jedi Con einen Bereich einzurichten, in dem Kinder betreut werden können? Vielen Kindern wird bei den Panels schnell langweilig, da sie nichts verstehen. Da wäre es für die Eltern gut, wenn ihre Kinder für den Zeitraum in einer Art "Kinderparadies" unter Aufsicht spielen könnten.


Ein wichtiger Punkt, der bisher an der Finanzierung gescheitert ist. Kinderbetreuung setzt den Einsatz von professionellem Personal voraus. Es ist nicht erlaubt, dass die Betreuung z. B. von freiwilligen Helfern erledigt wird, die nicht die erforderliche Ausbildung haben. Bei einem dreitägigen Event mit langen Öffnungszeiten werden da eine ganze Reihe Betreuer/innen benötigt. Im Falle des Falles einer weiteren Con, werden wir dieses Thema aber erneut unter die Lupe nehmen.


9. Der Samstagabend mit der Jedi Challenge war relativ langweilig, da nur zwei Protagonisten involviert waren. Wäre es nicht ratsamer einen solchen Abend einer breiteren Fangemeinde zu widmen? So könnte man z.B. den Kostümwettbewerb und vielleicht auch ein Panel auf den Abend verlegen.


Hier kommt es immer auf die Sichtweise an. Viele Fans lassen sich am Abend auch mal gerne einfach nur unterhalten. Der Kostümwettbewerb ist z. B. ganz bewusst am Nachmittag, damit auch die vielen Tagesgäste diesen klasse Programmpunkt erleben können. Und bei einem Panel im Abendprogramm hört man ja im Prinzip auch nur zu …

Der Showabend ist eine richtige JEDI-CON-Tradition. Er wird mit viel Zeitaufwand und Liebe zum Detail von Fans konzipiert und umgesetzt, die das alle nur in ihrer Freizeit machen. Hier sind keine Profis am Werk, die ein großes Budget zur Verfügung haben. Diesen ganz besonderen Charme darf man meiner Ansicht nach so einem Abend ruhig anmerken.


10. Mich würde interessieren, wie viel eine solche Veranstaltung kostet. Könnt und dürft ihr das verraten?


Das sind vertrauliche Daten. Aber es kommen schnell eine Menge Kosten zusammen … Miete für Veranstaltungsräume, Personal (Feuerwehr, Sanitäter, Sicherheitsdienst …), Lizenzgebühren, Bühnentechnik, Gasthonorare, Werbung, Dekoration, Ticketverwaltung, Website-Präsenz, Auslagen für die Con-Crew, Helfer-Shirts, Hotelkosten, Transporter-Miete, Versicherungen, Abfallentsorgung, Portokosten, Fahrtkosten und vieles mehr.

Neueste Beschreibung:

Hasbro

Solo

Imperial AT-DT

Supporter

Lost Boys World